Neuer Meilenstein erreicht: Galliumnitrid-basiertes AESA-Radar in mehr als 1.000 Betriebsstunden erprobt

Pelham, USA, (24. Mai 2017) – Das neueste integrierte Luftverteidigungsradar von Raytheon Company (NYSE: RTN) wurde seit der erstmaligen Vorstellung auf der „AUSA“-Rüstungsmesse im Frühjahr 2016 intensiv getestet. Innerhalb nur eines Jahres wurde die Leistungsfähigkeit des Galliumnitrid-basierten (GaN-basierten) „Active Electronically Scanned Arrays“ (AESA) in mehr als 1.000 Betriebsstunden ausgiebig erprobt. Damit wurde dieser Meilenstein in nur der Hälfte der Dauer vergleichbarer Testphasen erreicht. Das Radar ist als zukünftiges Upgrade des integrierten Luftverteidigungssystems Patriot™ vorgesehen.

„Wir konnten diesen Meilenstein sehr schnell erreichen. Dabei profitierten wir von unseren Erfahrungen bei der erfolgreichen Entwicklung und Optimierung der GaN-Technologie bei anderen Programmen, wie beim Luftverteidigungsradar der US-Marine“, sagte Doug Burgess, Leiter des AESA-Programms bei Raytheon Integrated Defense Systems. „Wir sind bereit für den nächsten Schritt, um das Radar unseren Kunden zur Verfügung stellen zu können.“

In den 1.000 Betriebsstunden hat Raytheons GaN-basierter AESA-Radarprototyp die 360-Grad-Fähigkeit routiniert bewiesen. Diese Fähigkeit wird durch eine zweite, nach hinten gerichtete GaN-basierte AESA-Radarantenne ermöglicht. Wenn Ziele aus dem Sichtbereich der einen Radarantenne in den Bereich der anderen Antenne flogen, tauschten beide Antennen die entsprechenden Zielinformationen reibungslos miteinander aus. Somit wurde die kontinuierliche Verfolgung der Ziele gewährleistet. Zudem hat die Hauptantenne bei weiteren Tests auch taktisch manövrierende Kampfjets sowie tausende nicht-taktisch manövrierende Flugzeuge erfolgreich erfasst und verfolgt.

„Raytheons GaN-Technologie fußt auf 19 Jahren intensiver Forschung und Investitionen von über 300 Millionen US-Dollar. Hingegen sind unsere Wettbewerber entweder neu auf dem Markt oder nutzen die GaN-Technologie primär für kommerzielle Anwendungen,“ sagte Ralph Acaba, Vice President von Raytheon Integrated Air and Missile Defense. „Wenn es um die nationale Sicherheit geht, muss man sich im höchsten Maße auf eine bewährte und zuverlässige Technologie verlassen können. So hat das US-Verteidigungsministerium diese Technologie für die Anwendung in militärischen Radaren zertifiziert.“

Das GaN-basierte AESA-Radar wird von Raytheon als ein mit dem „Integrated Air and Missile Defense Battle Command System“ (IBCS) und anderen offenen Systemarchitekturen kompatibles System angeboten. Zudem ist es rückwärtskompatibel mit dem aktuellen Patriot-Feuerleitstand und gewährleistet damit die vollständige Interoperabilität innerhalb der NATO.

Mehrere derzeitige und künftige Patriot-Partnerstaaten in Europa und Asien sind an der Beschaffung des GaN-basierten AESA-Radars interessiert. Am 31. März hat Polen offiziell den Kauf der Patriot-Systems mit GaN-basiertem AESA-Radar ersucht. Das GaN-basierte AESA-Radar entspricht zudem Deutschlands Anforderungen an das zukünftige Taktische Luftverteidigungssystem (TLVS).

Raytheons Prototyp des neuentwickelten Patriot-Radars (rechts) basiert auf zwei Schlüsseltechnologien: das „Active Electronically Scanned Array“ (AESA) verändert die Art, wie das Radar den Himmel absucht und das Halbleitermaterial Galliumnitrid verbessert die Energieeffizienz der Signalverstärkung des Radars. Raytheons GaN-basierter AESA-Radarprototyp hat die 360-Grad-Fähigleit routiniert bewiesen. Diese wurde in Tests durch eine zweite, nach hinten gerichtete GaN-basierte AESA-Radarantenne (rechts) ermöglicht.