MYTHOS: Patriot ist ein veraltetes System mit obsoleter Technik und hat sich seit 40 Jahren nicht verändert.

FAKT: Die Ähnlichkeit zwischen den neuesten Patritot-Systemen und deren Vorgängern sind meist nur oberflächlich. Vakuumröhren/Elektronenröhren  und schwarz-weiß Bildschirme  wurden schon seit langem durch modernste Technologien ersetzt, wie beisipielweise Mikrochips und hochauflösende Touchscreen-Monitore.

Die heutigen Patriots sind ein sich kontinuierlich entwickelndes Vorreiter-System, das auf Basis von über 3.000 Bodentests, 1.400 Flugtests und den Erfahrungen von zahlreichen operativen Einsätzen und erfolgreich abgefangenen Raketenangriffen aufbaut. In enger Zusammenarbeit mit der US-Armee, internationalen Kunden und Industriepartnern hat Raytheon innovative Lösungen in allen Aspekten des Patriot-Systems integriert: von Hard- und Software-Upgrades, um gegenüber Bedrohungen in Führung zu bleiben, über Weiterentwicklung der Ausrüstung, bis hin zum Feldeinsatz zur Unterstützung der Truppen. Selbst die Bauweise und die Herstellung der Patriots hat sich verändert. Die Ingenieure arbeiten nun in einer dreidimensionalen virtuellen Umgebung, die es ihnen ermöglicht, Planungsansätze zu testen, bevor sie diese zur Produktion in Raytheons weitgehend automatisierte Produktionsstätte schicken. Spezifische Upgrades, die weiterhin zur Verfügung stehen werden, beinhalten:

  • Radar Digital Processor (RDP)
  • Modern Adjunct Processor (MAP)
  • Software Post Deployment Build-8 (PDB-8)
  • Hochentwickelte Algorithmen für Zielklassifizierung und -verfolgung
  • Integration verschiedener Abfangraketen, wie dem Patriot Advanced Capability-3 (PAC-3) Lenkflugkörper
  • Segment Enhancement (MSE) Extensively validated system modeling, simulation and evaluation tools to accurately predict performance
  • Active Electronically Scanned Array (AESA) Technologie auf Basis von Galliumnitrid (GaN)
  • Common Command and Control (CC2) Kommando- und Gefechtsleitsystem

 

MYTHOS: Patriot kann gegenüber den potenziellen Bedrohungen nicht überlegen bleiben.

FAKT: Die aktuellen Bedrohungen entwickeln und verändern sich kontinuierlich. Sobald ein Staat ein Luftverteidigungssystem beschafft, muss es fortwährend weiterentwickelt werden, da sich die Bedrohung ebenfalls verändert. Patriot ist so konstruiert, dass die Integration neuer Technologien dauerhaft durchführbar ist, um Gefahren gewachsen zu sein. Außerdem gewährleisten die Patriot-Partnerschaften durch regelmäßige Upgrades die Überlegenheit von Patriot gegenüber Bedrohungen. Die Partnerschaft deckt die Kosten verteilt über 13 Nationen. So investierte zum Beispiel die internationale Gemeinschaft in den Jahren 2015 und 2016 über 424 Millionen USD, um Patriots Vorreiterrolle  zu sichern.

 

MYTHOS: Die US-Armee hat beschlossen, die Modernisierung von Patriot nicht zu finanzieren.

FAKT: Die US-Armee setzt Patriot bis 2048 und darüber hinaus ein. Patriot wird kontinuierlich erweitert und getestet – In Enger Zusammenarbeit mit der US-Armee, um gegenüber aufkommenden Bedrohungen gerüstet zu sein. Die vier Verteidigungsunterausschüsse des US-amerikanischen Kongresses stimmten dafür, dass das Patriot-Programm in der im US-Verteidigungsbudget von 2016 vorgeschlagenen Höhe zu finanzieren. Diese einflussreiche Unterstützung für das Patriot-Modernisierungsprogramm der US-Armee unterstreicht die Bedeutung des Patriot-Systems.

Die stabile internationale Partnerschaft sichert zusätzlich die Finanzierung von Patriot. Die Mehrheit der Patriot-Finanzierung kommt von internationalen Programmen. Im Januar 2016 wurden von den 13 Patriot-Nationen 212 Millionen US-Dollar der Patriot-Modernisierung zugesichert, im Juni wurden weitere 523 Millionen US-Dollar in  die Modernisierung von Kuwaits Patriot-System investiert.

 

MYTHOS: Raytheon bietet eine Kombination aus zwei bis drei verschiedenen Raketenarten an, von denen jede Rakete gravierende Einschränkungen aufweist.

FAKT: Raytheons Raketenkombination bietet die beste, kosteneffektivste Leistungsfähigkeit. Die meisten Länder stehen vor einer Vielzahl von Bedrohungen. Dazu zählen unter anderem große, langsam bewegende Flugzeugen oder kleineren Lenkflugkörper bis hin zu ballistischen Kurzstreckenraketen. Es gibt für jede Bedrohung einen optimalen Raketentyp, mit dem man die beste, kosteneffektivste Leistungsfähigkeit erreichen kann. MSE zum Beispiel setzt auf hohe Manövrierfähigkeit, erweiterte „hit to kill“-Technologie, um anspruchsvollste taktische ballistische Raketen (TBMs) zu bekämpfen, weswegen höhere Kosten verursacht werden. Allerdings könnte sich ein Befehlshaber dafür entscheiden, bei der Bezwingung großer, langsamer Flugzeuge teure MSE nicht zu nutzen, wenn kostengünstigere GEM-T zur Verfügung stehen. Diese GEM-T haben aufgrund ihrer großen Raketenmotoren und Gefechtsköpfe eine größere Reichweite und Effizienz in der Zerstörung von Bedrohungen. Es ist kosteneffektiver und erlaubt eine bessere Leistungsfähigkeit in verschiedenen Bedrohungslagen. Für jede der erwarteten Bedrohungen kann eine Raketenkombination mit optimierten Gewichtungen verwendet werden.

 

MYTHOS: Patriot bietet keine 360-Grad-Fähigkeit.

FAKT: Derzeit gibt es im Feldeinsatz keine Systeme, die eine 360-Grad-Fähigkeit anbieten. Die nächste Generation  Patriot, die Raytheon in 65 Monaten oder früher entwickeln und liefern kann, wird mit 360-Grad-Fähigkeit ausgerüstet sein. Das ist dem MEADS-Entwicklungsprojekt Jahre voraus – laut Bekanntmachung im “Griephan  Report” wird es bis Mitte des nächsten Jahrzehntes nicht zur Verfügung stehen, vorausgesetzt, es wird finanziert. Patriot ist derzeit ein sektoriertes System  mit einem Phased-Array-„staring“- Multifunktions-Radar . Diese wurde entworfen, um in einem koordinierten Verteidigungs-Design zu operieren . Im Rahmen eines typischen Verteidigungs-Designs sind die Bedrohungsverfahrensweisen bekannt und die verschiedenen Patriot-Einheiten sind so lokalisiert und ausgerichtet, dass die Verteidigungsfähigkeit maximiert wird. Der erweiterte Galliumnitrid-basierte AESA-Radar, geplant als Teil des Raytheon Angebots, umfasst Rückwände, die eine 360-Grad-Abdeckung durch „Staring Arrays“ bieten.

 

MYTHOS: Patriot ist nicht mobil.

FAKT: Es stimmt, dass das MEADS-Entwicklungsprojekt nie in einem operativen Umfeld getestet oder eingesetzt wurde, geschweige denn den Härten einer Mobilitätsübung ausgesetzt wurde. Patriot hingegen ist weltweit an unzähligen Standorten im Einsatz. Die Öffentlichkeit konnte die Patriot-Mobilität aus erster Hand im März 2015 miterleben, als eine Missile Battery der US-Armee in Sochazew eintraf, nachdem sie eine 1.200 km lange Reise über europäische Straßen bewältigte. Dies wurde im Juni 2016 wiederholt demonstriert, als die in Deutschland stationierten Patriots der US-Armee für die Teilnahme an der Anakonda-Übung nach Polen gesendet wurden.

 

MYTHOS: Im Vergleich mit MEADS hat Patriot hohe Betriebs- und Wartungskosten.

FACT: Die Wartung, der Erhalt und der Betrieb der nächsten Generation  Patriot sind erschwinglich und vorteilhaft im Vergleich zu jedem anderen fortschrittlichen Waffensystem. Aktuelle Patriot-Nutzer profitieren von einem Programm, bei dem Engineering-Upgrade-Kosten zwischen den Partnern geteilt werden, so dass Patriot viel günstiger ist, als andere Systeme mit sehr begrenzter Nutzerbasis. RDP und MAP, die durch die Konfiguration 3+ (in der jetzigen Produktion) ​​angeboten werden, verringern die Betriebskosten. Die geplanten Erweiterungen für die nächste Generation von Patriot zielen darauf ab, Patriots bereits hohe Ausfallsicherheit weiter zu erhöhen und die Betriebskosten voraussichtlich auf zusätzlich um bis zu 50 Prozent zu senken.

Das MEADS-Entwicklungsprojekt wurde nicht abgeschlossen und MEADS selbst wurde noch nie Betriebsbedingungen ausgesetzt. Deswegen sind die Betriebskosten des MEADS-Entwicklungsprojektes allenfalls Vermutungen basierend auf Computer-Modellierung und Laborsimulationen.

Bis ein System eingesetzt wurde, sich der Unberechenbarkeit eines operativen Umfeldes gestellt und extreme Wetterkonditionen überstanden hat, ist es unmöglich, wirklich zu wissen, auf welche Höhe sich die Betriebs- und Instandhaltungskosten Jahr für Jahr belaufen werden.

 

Mythos: Patriot weist eine geschlossene Systemarchitektur auf.

Fakt: Das Büro des Verteidigungsministeriums definiert offene Systemarchitektur wie folgt: “Offene Systeme verwenden Modularbauweise, nutzen weitgehend unterstützte und allgemeingültige Standards für ihre wichtigsten Interfaces und wurden erfolgreicher Validierungs- und Verifizierungstests unterzogen, um die Offenheit ihrer wichtigsten Interfaces zu gewährleisten.“ Nach dieser Definition weist Patriot eine offene Architektur auf. Patriot kann mit IBCS via Link-16 interoperieren und hat während Tests bewiesen, dass es mit verschiedenen Systemen zusammenarbeiten kann. Anders als deutsche Raketenabwehrentwicklungsprojekte, die mutig aber unbewiesen behaupten, „plug and fight“-fähig zu sein, hat Patriot – von der U.S.-Regierung finanzierten Tests – wiederholt bewiesen, dass es die Definitionskriterien erfüllt.

 

MYTHOS: Patriot hat in Deutschland verloren.

FAKT: Das BMVg hat Komponenten aus dem MEADS-Entwicklungsprojekt gewählt, um die Anforderungen für das Taktische Luftverteidigungssystem (TLVS) zu erfüllen. Das BMVg hat beschlossen, dass Patriot als ein Eckpfeiler der deutschen integrierten Luftverteidigungs-Architektur in Deutschland bis in die 2030er Jahre bleibt. Es war keine Entscheidung GEGEN Patriot. Da das MEADS-Entwicklungsprojekt eine lange Vorgeschichte von Risiken- und Kostenüberschreitungen sowie Zeitplanabweichungen und schlechter Leistung aufweist, bat das Verteidigungsministerium Raytheon, als alternativer Anbieter mit Patriot-TLVS bereitzustehen.

 

Dieser Text beinhaltet keine technologischen oder technischen Daten, die von dem U.S. International Traffic in Arms Regulations oder der U.S. Export Administration kontrolliert werden. E16-KXD5 Pending Public Release Approval.